Reisetagebuch

Hier nehmen wir Sie mit auf unsere aufregende Reise nach Nepal. Während unserem Aufenthalt dort werden wir ein Tagebuch führen, und anschliessend hier veröffentlichen. Lesen Sie unsere Eindrücke, Meinungen, Gefühle und Erfahrungen die wir bis zum 4. Oktober sammeln werden.

Am 21. September starten wir diese unglaublichen Reise, die unser Leben mit Sicherheit prägen wird. Seien Sie auch ein Teil unserer Gruppe und fühlen Sie sich wie live mit dabei. Texte, Impressionen und Bilder werden hier veröffentlicht werden.

Tag 1, 23.09.2019


Der erste Tag in der Hauptstadt Nepals begann planmässig um 07:30 beim Frühstück. Das Frühstück war besser als wir es erwartet hätten, jedoch war es eher gewöhnungsbedürftig. Zur Auswahl standen Pancakes, Omletts, Kartoffeln, Würstchen, Wassermelonensaft und viele andere Sachen. 
Mit frisch geputzten Zähnen und ordendlich Sonnencreme auf der Nase brachen wir auf und fuhren in die Altstadt von Kathmandu. Dort zogen wir unseren Atemschutz an und drängten uns zwischen die vielen Motorräder und Autos durch die lebendigen Gassen und Plätze der Stadt. Auf einem dieser Plätze erhielt Rafael einen Blick in die Zukunft; Er liess sich von einem nepalesischen Wahrsager sein Leben vorhersagen und erfuhr einige spannende Fakten…
Nach diesem aufregenden Gespräch liefen durch die verwinkelten Strassen zu einem Restaurant welches ein Schweizer führt und gönnten uns eine leckere nepalesische Mahlzeit.
Gestärkt und mit neuer Energie fuhren wir in unserem Kleinbus bis zur Organisation Maiti Nepal. Dort angekommen, hiess uns die Gründerin, Anuradha Koirala, herzlich willkommen und führte uns durch Rehabilitations und Schutzzentrum. Die Kinder in den Klassen begrüssten uns stets mit einem fröhlichen «Namaste» und verbesserten unsere Laune. Nach dem Rundgang wurden wir in Gruppen aufgeteilt, in welchen wir dann mit den Kindern Basketball spielten, kochten oder mit den Säuglingen zeit verbrachten. Nach etwa einer Stunde versammelte sich die Gesamte Schule zum gemeinsamen Therapietanzen bei welchem wir Schweizer total überfordert waren. Voll verschwitzt und erschöpft assen wir alle zusammen Reis mit scharfen Kartoffeln und einer gelben Sauce (mit den Fingern wohl gemerkt). Auch da waren wir Europäer sehr überfordert. Zum Schluss überreichten wir Maiti Nepal einen Check für neue Investitionen und Geschenke für die Kinder.
Ein wunderschöner und eindrucksvoller Tag der uns auf den nächsten noch gespannter sein lässt…

Tag 2, 24.09.2019

Der Tag startete wie gewöhnlich mit dem Frühstück. Mit einem gefüllten Magen stiegen wir in den Minivan ein und fuhren zum Affentempel. Als wir dort ankamen, sahen wir als erstes ziemlich viele Affen. Während wir die Treppen zum Tempel hochgingen, hatten einige von uns ziemliche Angst vor den Affen. Magdalena und Tin wurden unerfreulicherweise sogar von einem Affen attackiert (amüsant für die Aussenstehenden ;)). Wir liefen um den Tempel herum und gingen zur Klosterschule der noch werdenden Mönche. Wir kamen rechtzeitig zu einer typischen Zeremonie der jungen Mönche und erhielten sogar einen sehr süssen Tee. Danach fuhren wir in unserem Minivan nach Nepal Mati Griha. Dort erhielten wir eine kleine Führung durchs Schulhaus und assen zu Mittag mit den süssen Schülern. Danach unterrichteten wir individuell Klassen. In zweier Gruppen unterrichteten wir von der ersten bis fünften Klassen und die Spezialklassen mit Kindern mit Behinderung. Die Kinder waren sehr süss, offen und überhaupt nicht scheu. Sie spielten mit uns, redeten mit uns, stellten uns Fragen und verbrachten einfach ihre Zeit mit uns. Schlussendlich besuchten wir in kleinen Gruppen die Familien und Häuser der Schülerinnen und Schüler. Es war sehr beeindrucken, schockierend und traurig zu sehen wie diese Menschen auf sehr engem Raum gemeinsam leben. Es hat uns so sehr berührt, dass einigen von uns sogar die Tränen kamen. Am Ende des Tages, fuhren wir zurück in unser Hotel und assen Abendessen. 
 
Ein Tag der in Erinnerung bleiben wird für lange, lange Zeit.

Tag 3, 25.09.2019

Bereits um 08:30 Uhr morgens, fuhren wir mit unserem Minivan nach Bhaktapur. Dort lernten wir den 20 jährigen Sanish kennen, welcher uns zuerst seine Wohnung zeigte und uns dann durch die wunderschöne Stadt führte. Bhaktapur war ziemlich lärmig um staubig, jedoch um einiges angenehmer als in Kathmandu. Wir besichteten einige wichtige Tempel, und schlenderten über die grössten Plätze Bhaktapurs. Nach einem sehr leckeren und scharfen Mittagessen zusammen mit Sanish in einem Rooftop-Restaurant, liefen wir zurück zu unserem Minivan. Mit diesem fuhren wir etwa dreissig Minuten bis zur Verbrennungsstätte Kathmandus. Es war ziemlich emotional und eindrücklich zu sehen wie die Söhne der Leichen ihre Familienangehörigen welche in Tücher eingewickelt und mit Stroh überdeckt verbrannten. Wir konnten es nicht glauben, dass so viel Müll und Dreck an so einem heiligen Ort liegen konnte. Die Asche der verbrannten Körper wurde in den heiligen Fluss Bishnumati geworfen, welcher mittlerweile sehr verschmutzt ist und stickt. Wie aus dem nichts, fing es an in -strömen zu regnen. Unsere Regenjacken haben nicht viel gebracht, denn wir sassen puddelnass in unserem Van zurück ins Hotel. Dort angekommen war jeder froh endlich warm duschen zu gehen.   
Am Ende des Tages, assen wir unser Abendessen im Maiti Café und sprachen nach der deliziösen Mahlzeit mit Anuradha Koirala. Sie erzählte uns von ihren Erfahrungen und Erlebnissen mit den Mädchen welche sie und ihre Organisation gerettet haben. Als Verabschiedung segnete sie uns und verabschiedete sich.

Tag 4, 26.09.2019

Am vierten Tag unserer Reise fuhren wir bereits früh am Morgen mit dem Kleinbus nach Bhaktapur. Bhaktapur ist zwar ein Stadtteil von Khatmandu, war früher aber ein eigenes Königreich und gilt heute noch als selbstständige Stadt. Mit dem Van fuhren wir etwa eine halbe Stunde bis wir in die Altstadt gelangten. Dort empfing uns der sympatische Sanish (ein fröhlicher 20 Jähriger) der uns die Stadt zeigte. Er zeigte uns seine Wohnung wo er mit seiner Mutter und Grossmutter lebt und liess uns sogar bei einem seiner Freunde selber das Töpfern lernen. In Bhaktapur assen wir ein leckeres Mittagessen und machten uns schliesslich wieder auf den Weg. Unser Busfahrer fuhr uns zur berühmten Verbrennungsstätte Khatmandus auf die wir alle sehr gespannt waren. Dort angekommen wurden wir plötzlich alle ziemlich still und betrachteten die brennenden Leichen mit trauer und herzklopfen. Es roch sehr nach verbranntem Fleisch. Die Asche der Leichen wurde direkt in den Fluss gekippt. Es war bedrückend, beeindruckend und brachte uns alle zum nachdenken.

Tag 5, 27.09.2019

Diesen Tag verbrachten wir auf der Strasse. Geplant war eine 6 Stündige Fahrt von Khatmandu nach Pokhara. Stattdessen «fuhren» wir aber mehr als 10 Stunden wegen kilometerlangem Stau. Auf dem Weg durften wir den Arbeitern vom Maiti Kontollposten beim Kontrollieren der Fahrzeuge zusehen. Diese Truppe kontrolliert die Busse auf Mädchen, die nach Indien zur Zwangsprostitution verschleppt werden. Das machen sie mit grossem Erfolg, denn bis jetzt haben sie 14`000 Mädchen gerettet und vor der Verschleppung nach Indien bewahrt. Die Fahrt zog sich in die elende Länge und bei unserer Ankunft bei den Gastfamilien waren wir total kaputt. Die Familien die zu den sogenannten «Unberührbaren» gehören empfingen uns mit einem heissen Tee und einem freudigen Tanz. Die Nacht schliefen wir bei den Familien in Zweiergruppen und wachten am Morgen mit Rückenschmerzen auf weil die Matratzen seeeeehr dünn waren…

Tag 6, 28.09.2019

Am Morgen versammelten wir uns mit den Dorfbewohnern und sprachen in der Runde über ihr Leben als Angehörige des untersten Kastens. Das Gespräch war spannend und berührend und wir sahen Nepal wieder aus einer anderen Perspektive. Nach der Runde fuhren wir mit einem Jeep auf einen kleinen Berg zum Annapurna Eco Village. Die Strasse nach oben war sehr holprig und einigen von uns wurde sogar übel. Oben angekommen tranken wir wieder einen Tee und machten es uns im Zimmer gemütlich. Genauso gemütlich liessen wir den Tag auch ausklingen, denn den Rest des Tages verbrachten wir mit Gemeinschaftsspielen und Plaudern.
 

Tag 7, 29.09.2019

 Der Tag begann sehr aussergewöhnlich! Mit Yoga. Noch halb im Schlaf machten wir eine Stunde lang Yoga im Turnsaal des Eco Village. Nicht für alle war Yoga beruhigend sondern zum Teil nur einschläfernd. Dennoch fühlten wir uns beim Morgenessen fitter und bereit für den Tag. Mit den Jeeps fuhren wir die holprige Strasse wieder hinunter bis wir im Zentrum der Stadt Pokhara waren. Dort haben wir in unser Hotel eingecheckt unser Gepäck in die Zimmer gebracht. Das Hotel war zwar schön, jedoch mussten wir mit kaltem Wasser duschen und einige Toiletten waren verstopft. Pokhara als Stadt gefiel den Meisten unserer Gruppe besser als Kathmandu da es viel ruhiger war, die Strassen breiter und organisierter waren und es sogar einen See gab. Am Abend assen wir in einem indischen Restaurant ein typisch indisches Gericht welches dem Meisten von uns aber nicht wirklich mundete.

Tag 8, 30.09.2019

Am achten Tag besuchten wir am Morgen die Hilfsorganisation S.O.S. Bahini. Es war sehr berührend und beeindruckend zu sehen wie Mitten in der Grossstadt eine Oase geschaffen wurde wo man sich so wohl fühlte wie fast nirgendwo in den Grossstädten Nepals. Die Organisation rettet Mädchen die sehr wahrscheinlich verschleppt worden waren und ermöglicht ihnen eine Ausbildung und ein normales Aufwachsen. Der Gründer erzählte uns mit berührenden Worten über seine Geschichte und den Weg den er gehen musste. Am Nachmittag gingen wir mit kleinen Pedalobooten auf den See und genossen die gemeinsame Zeit in der (mehr oder weniger sauberen) Umgebung. Zum Abendessen gingen wir in ein sehr edles und unglaublich leckeres Abendessen.

Tag 9, 01.10.2019

Bereits am frühen Morgen gingen wir in Wanderschuhen und Trekkningausrüstung auf den Weg Richtung Australian Camp. Einige von unserer Gruppe waren sehr schnell unterwegs, andere quackelten hinterher. Für uns alle war es ziemlich anstrengend die 1`200 Höhemeter zu erklimben und freuten uns sehr als wir im Camp ankamen. Dort spielten einige noch Karten während andere in ihrem Bett völlig erschöpft schliefen. Andere wiederum hatten es mit miesen Blutsäugern zu tun. Die sogenannten Leeches die sich im Grass verstecken saugen sich an die Haut und zapfen dann das Blut ab. Nach dem bescheidenen Abendessen fielen wir alle totmüde in unsere Betten und schliefen wie Steine.

Tag 10, 02.10.2019

Am Morgen standen wir sehr ungerne auf aber zwangen uns trotzdem aus unseren Kisten. Nach einem sehr leckeren Frühstück was ausschliesslich aus Pancakes bestand, machten wir uns erneut auf den Weg und trekkten etwa eine Stunde bergab und liessen uns schliesslich wieder von unserem Chauffeur über die hügeligen Strassen Nepals fahren. Er fuhr uns zum buddhistischen Kloster in Pokhara wo wir dann erstmal zu Mittag assen. Nach dem Essen trafen wir einen Mönch der uns von seinem Leben als buddhistischer Mönch erzählte. Wir waren alle fasziniert von seiner Bescheidenheit und lernten einiges Spannendes. Zum Abschluss des Tages besuchten wir noch das tibetische Flüchtlingslager. Wir hatten zwar keine Führung sondern schlenderten nur durch das Gelände und ihre Lebensweise. Ihre Aussstrahlung wirkte auf uns sehr besonders und stark.

Tag 11, 03.10.2019

Wie üblich standen wir früh auf. Wir hatten nicht einmal Zeit um Frühstück zu essen, sondern mussten in unserem Bus essen. Das war eine schöne Abwechslung, denn Corinne, Sonja und Patrick hatten uns am Vorabend schon unser Frühstück besorgt. Nach einer sieben Stündigen Fahrt in einem viel zu grossen Car, haben wir unser Ziel erreicht; Kathmandu.  Ziemlich erschöpft hatten wir noch eine Führung, geführt von einem Mitarbeiter von Maiti Nepal. Es war ein Museum indem wir viel über Hinduismus und Buddhismus erfahren durften. In einem Restaurant mit taubstummen Mitarbeitern haben wir uns ein leckeres Abendessen gegönnt. Diesen langen Tag haben wir mit unserer guten Laune ausklingen lassen.

Tag 12, 04.10.2019

Wir alle genossen es sehr verhältnismässig lange schlafen zu können. Um 09:00 besuchte uns ein weiser Mann. Unmöglich wie viel Wissen eine einzige Person besitzen kann. Er konnte uns die ganze Geschichte Nepals erzählen, mit Jahreszahlen und dazu noch ALL unsere Fragen beantworten. Nach dieser unglaublichen Flut an Informationen konnten wir uns ein wenig mit unserem offiziellen Abschluss entspannen. Unser toller Guide für zwei Wochen, Bijay, gestaltete einen würdigen Abschluss für unsere unvergessliche Reise. 
Voller Vorfreude gingen wir zum zweiten Mal ins Café Maiti und lunchten dort. Nach einer kurzen Spritztour durch die Stadt und in die Souvenirläden begaben wir uns zu Maiti Nepal. Dort verbrachten wir wie beim ersten Mal eine wunderschöne Zeit mit den Kindern dort. Anders als beim ersten Mal, hatten sie heute schulfrei, was ihnen und uns mehr Freiheiten ermöglichte. Später am Abend fuhren wir zu einem Palast in welchem wir ein sehr typisch nepalesische Speisen mit hoher Qualität geniessen durften und gleichermassen mit Tanz und Musik unterhalten wurden. Ausserdem wurde uns noch ein Überraschungsbesuch von unserem alten Freund Sanish abgestattet. 
Es war eine aussergewöhnliche und sehr einzigartige Reise, welche wir mit einer super Gruppe erleben durften.

INFO:

In wenigen Tagen erscheint der Film, der über unsere Reise gemacht wurde. In drei Teilen die jeweils circa 5 Minuten lang sind, werden Sie einen noch genaueren Einblick in unser Abenteuer erhalten. 

Falls Sie den Film gemeinsam mit einem leckeren Abendessen und einem Rückblick geniessen wollen, kommen Sie zu unserem Rückblicksabend. Das Datum wird in wenigen Tagen bekannt gegeben…